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JPEG vs. PNG vs. WebP: Welches Bildformat solltest du wirklich verwenden?

Die drei Formate lösen unterschiedliche Probleme – wählst du das falsche, wird entweder deine Datei unnötig groß oder dein Bild sichtbar schlechter. So triffst du die richtige Wahl.

· 5 Min. Lesezeit

Die eine Unterscheidung, die wirklich entscheidet, welches Format du brauchst

Jede praktische Frage zu Bildformaten läuft letztlich auf eine einzige Weggabelung hinaus: Muss dieses Bild verlustfrei komprimiert werden, oder darf es Informationen verlieren, die ohnehin niemandem auffallen? JPEG ist verlustbehaftet – es komprimiert, indem es Details verwirft, die ein menschliches Auge statistisch kaum bemerkt. Das funktioniert bei Fotos hervorragend, sorgt aber bei scharfen Kanten und flächigen Farben für sichtbare Qualitätseinbußen. PNG ist verlustfrei – es komprimiert, indem es echte Redundanz in den Pixeldaten aufspürt und eliminiert, ohne irgendetwas wegzuwerfen. Dadurch gibt es scharfe Kanten und flächige Farben perfekt wieder, kann fotografische Details aber längst nicht so stark verkleinern. WebP ist insofern ungewöhnlich, als es beide Modi in einem einzigen Format vereint – genau deshalb existiert es überhaupt: Es ist keine dritte Option, die auf derselben Achse wie JPEG und PNG konkurriert, sondern der Versuch, beide mit einem neueren Kompressionsalgorithmus in ihrer jeweiligen Spezialdisziplin zu schlagen.

Diese Unterscheidung zu verwechseln, ist der mit Abstand häufigste Fehler bei Bildformaten: Ein Foto als PNG zu speichern erzeugt eine unnötig riesige Datei ohne jeden sichtbaren Vorteil, weil verlustfreie Kompression die Art von feinem, nicht sich wiederholendem Detail, aus dem ein Foto besteht, kaum verkleinern kann. Einen Screenshot oder ein Logo als JPEG zu speichern ergibt zwar eine kleinere Datei als PNG, aber um den Preis sichtbar verwaschener Artefakte an jeder scharfen Kante und einer leicht getrübten Version dessen, was eigentlich eine flächige, einheitliche Farbe sein sollte – genau die beiden Schwächen, bei denen JPEGs Kompression am schlechtesten abschneidet.

Warum JPEG für echte Fotos nach wie vor die richtige Wahl ist

Ein Foto besteht auf Pixelebene größtenteils aus kontinuierlichen Verläufen und feinem, unregelmäßigem Detail – Hauttöne, die sanft ineinander übergehen, Laub mit Tausenden leicht unterschiedlicher Grüntöne, ein Himmel mit einem sanften Farbverlauf vom Horizont bis zum Zenit. Der Kompressionsalgorithmus von JPEG ist genau darauf zugeschnitten, diese Art von Inhalt auszunutzen: Er arbeitet im Frequenzbereich, trennt ein Bild im Grunde in grobe Farbmuster und feines Detail und verwirft dann einen Teil des feinen Details, das ein Betrachter wahrscheinlich ohnehin nicht bewusst wahrnimmt, während die groben Muster erhalten bleiben, die den Großteil der visuellen Information eines Fotos tragen. Das Ergebnis ist ein Format, das ein echtes Foto auf einen Bruchteil seiner unkomprimierten Größe schrumpfen lässt und dabei bei vernünftigen Qualitätseinstellungen visuell kaum vom Original zu unterscheiden bleibt – ein wirklich guter Kompromiss für genau die Art von Inhalt, aus der Fotos tatsächlich bestehen.

Genau dieser Kompressionsansatz macht JPEG zu einer schlechten Wahl für alles, was nicht fotografisch ist. Scharfe, kontrastreiche Kanten – die Umrandung eines Schriftzeichens, der Umriss eines Logos, eine harte Linie in einem UI-Screenshot – sind genau die Art von hochfrequentem Detail, das JPEGs Kompression bevorzugt verwirft, und das sichtbare Ergebnis ist ein weicher, leicht verschmierter Schleier um Kanten, die eigentlich scharf sein sollten. Das ist der „JPEG-Artefakt"-Effekt, den die meisten Menschen erkennen, auch ohne die technische Ursache zu kennen: Es ist kein Fehler im Format, sondern das Format, das exakt das tut, wofür es entwickelt wurde – nur eben angewendet auf Inhalte, für die es nie gedacht war.

Warum sich PNGs deutlich größere Dateigröße bei den richtigen Inhalten lohnt

PNG komprimiert verlustfrei mit einem universellen Algorithmus, der buchstäbliche Redundanz in den Pixeldaten aufspürt und eliminiert – wiederholte Farbläufe, vorhersehbare Muster – ohne dabei jemals Informationen zu verwerfen, wie JPEG es tut. Ein Screenshot voller flächiger UI-Farben und scharfem Text, ein Logo mit wenigen satten Farben oder ein Diagramm aus sauberen Linien und Füllungen sind genau die Art von Inhalt, mit der redundanzbasierte Kompression gut zurechtkommt, weil es dort tatsächlich jede Menge buchstäbliche Wiederholung zu finden gibt: Ein einfarbiger weißer Hintergrund ist derselbe Wert, Millionen Mal wiederholt, was sich extrem effizient komprimieren lässt, ohne auch nur ein einziges Bit des Originals zu verlieren.

PNG ist außerdem das Format der Wahl, wann immer echte Transparenz gebraucht wird – ein Logo, das auf einem farbigen Hintergrund sitzen muss, ein Icon, das sich in unterschiedliche UI-Themes einfügen soll –, denn PNG unterstützt einen echten Alphakanal mit Transparenz pro Pixel, wofür JPEG überhaupt keinen Mechanismus besitzt. Der Preis dafür: Auf ein echtes Foto angewendet, erzeugt PNG eine dramatisch größere Datei als JPEG, bei sehr geringem visuellem Gewinn, weil ein Foto schlicht nicht die Art von ausnutzbarer Redundanz enthält, nach der PNGs Algorithmus sucht – jedes Pixel unterscheidet sich subtil von seinen Nachbarn, sodass vergleichsweise wenig komprimiert werden kann, ohne dabei auch Informationen zu verwerfen. Und genau das verweigert sich PNG seinem Design nach.

Was WebP wirklich bringt – und warum Browser-Unterstützung längst kein Hindernis mehr ist

WebP wurde gezielt entwickelt, um sowohl JPEG als auch PNG in ihrer jeweiligen Spezialdisziplin zu schlagen – mithilfe von Kompressionstechniken, die erst nach der Entwicklung der beiden älteren Formate entstanden sind. Im verlustbehafteten Modus erzeugt WebP bei vergleichbarer visueller Qualität typischerweise eine 25 bis 35 Prozent kleinere Datei als ein JPEG desselben Fotos, weil der zugrunde liegende Algorithmus – abgeleitet aus der Forschung zu Video-Codec-Kompression – Redundanz zwischen benachbarten Bildblöcken effektiver modelliert als JPEGs älterer Ansatz. Im verlustfreien Modus schlägt WebP PNG bei demselben Screenshot oder Logo um eine vergleichbare Marge, aus demselben Grund: Eine neuere, ausgefeiltere Redundanzerkennung findet Einsparungen, die ein älterer Algorithmus nicht aufspüren konnte.

Der praktische Einwand gegen WebP war jahrelang die Kompatibilität mit Browsern und Software – ältere Browser, manche Bildbearbeitungsprogramme und diverse Content-Management-Systeme konnten die Datei schlicht nicht öffnen –, doch diese Lücke hat sich deutlich geschlossen: Jeder große moderne Browser unterstützt WebP inzwischen seit mehreren Jahren, und die verbliebenen Kompatibilitätslücken sind zunehmend seltene Randfälle statt ein Mainstream-Problem. Der ehrliche verbleibende Grund, doch noch zu JPEG oder PNG zu greifen, ist, wenn ein bestimmtes nachgelagertes Tool oder ein bestimmter Workflow – eine ältere Desktop-Software, eine Druckpipeline, das bestehende Content-System eines Kunden – WebP tatsächlich noch nicht verarbeiten kann. Das ist eine reale und weiterhin verbreitete Einschränkung, nur eben eine deutlich schmalere als früher.

Ein praktischer Entscheidungsleitfaden

Für ein echtes Foto, das im Web landen soll – ein Produktfoto, ein Blog-Headerbild, eine Fotogalerie – ist WebP im verlustbehafteten Modus überall dort die beste Standardwahl, wo das Ziel es unterstützt, mit JPEG als Fallback dort, wo nicht; PNG ist für echten fotografischen Inhalt praktisch nie die richtige Wahl, denn der Preis in Dateigröße bringt keinen nennenswerten Qualitätsgewinn gegenüber einem gut eingestellten verlustbehafteten Format. Für einen Screenshot, ein Logo, ein Icon oder alles mit flächiger Farbe, scharfem Text oder benötigter Transparenz sind PNG oder verlustfreies WebP die richtige Wahl, da JPEG genau an den scharfen Kanten, von denen solcher Inhalt voll ist, sichtbare Artefakte erzeugt. Für alles, was in einem Kontext mit strikter Kompatibilitätsanforderung landet – ein E-Mail-Client, ein älteres Content-System, ein bestimmter Druckworkflow – bleibt das Festhalten am älteren, universell unterstützten der beiden Formate (JPEG für Fotos, PNG für Grafiken) die sichere, wenig glamouröse Wahl.

Eine Anmerkung zu JPEG und wiederholtem Bearbeiten

Weil JPEG bei jeder Komprimierung Informationen verwirft, führt wiederholtes Neuspeichern derselben JPEG-Datei – öffnen, eine kleine Änderung vornehmen, wieder als JPEG speichern, immer wieder über die Lebensdauer einer Datei hinweg – zu einem echten, sich aufsummierenden Qualitätsverlust, dem sogenannten Generationsverlust: Jedes Speichern wendet erneut verlustbehaftete Kompression auf ein Bild an, das bereits einen Teil seines ursprünglichen Details verloren hat. Nach ein oder zwei Speichervorgängen ist das unsichtbar, wird aber nach vielen Wiederholungen deutlich sichtbar. Deshalb lohnt es sich, von jedem Bild, das du voraussichtlich mehrfach bearbeiten wirst, eine unkomprimierte oder verlustfrei komprimierte Masterkopie aufzubewahren und erst im letzten Schritt als JPEG zu exportieren – so vermeidest du eine reale und leicht übersehene Quelle von Qualitätsverlust.

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